Curt Comes Around - Episode 11 (Der Sakura Frühling)

"Der Sakura Frühling" - die elfte Episode von der kultigen Curt Comes Around Reihe - ist eine Verbeugung vor der asiatischen Kultur, ihren streng reglementierten Bräuchtümer und die Bipolarität von archaischer Autoritätgehabe und manischer Anarchie.

Selbsterklärend erscheint bei dieser Japan-Hommage, dass die routinierte Curt Comes Around Erzählstruktur auf den Kopf gestellt wurde. Das Intro parodiert die Propaganda-Filme aus der Mao Zedong Ära, mit einem Introsong, den eine chinesische Schülerin speziell für den kommunistischen Herrscher geschrieben und gesungen hat. Der ikonische Curt Walk muss hierbei den Stadtführer entbehren - die Kamera zeigt Bilder von chinesischem Ambiente rund um ein Chinarestaurant im Donaupark, doch der Host fehlt. Dieser muss sich einer speziellen Kur-Massage unterziehen. Auch spricht er eigentümlicherweise plötzlich in japanischer Sprache und währt sich in der Gesellschaft von Geishas.

Trotz des missligen Schicksals, das dem Moderator nicht möglich macht, die Sendung im typischen Curt Stil zu durschreiten, lässt er seine Zuschauer und Fans nicht hängen und erzählt von dem Massagetisch aus, welche kulturellen Perlen die Japaner in Wien hinterlassen haben. Es finden dadurch Exkursionen in zwei Parks und eine Kampfsportstätte statt, ohne die Geschichte ihrer Entstehung zu vernachlässigen.

Nun erschien bei der Produktion dieser eigenwilligen Episode eine Bebilderung geografischer und kunsthistorischer Relikte nicht genug der Würdigung, da dadurch die verrückten, einzigartigen popkulturellen Elemente Japans wie Manga und Anime, Videospielkultur, Crossdressing und die Karaoke-Vernarrtheit aussenvor gelassen werden würde. Der Anspruch hieß, in den 25 min. möglichst alle japanischen Facetten anzureißen. So darf der Zuschauer sich freuen über überraschende Cameos kultureller Artefakte, die in Europa auch heute noch als exotisch gelten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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